FotografieSeptember 03, 20265 Min. Lesezeit

Home-Staging-Fotografie: So fotografierst du eine Immobilie, die sich gut einrichten lässt

Was ein Home-Staging-Fotograf wirklich macht, wie du jeden Raum so fotografierst, dass er sich gut einrichten lässt, und wann das Smartphone reicht.

Wer nach "Home Staging Fotograf" sucht, findet zwei Dinge vermischt: Immobilienfotografen, die ein Objekt fotografieren, nachdem ein Home Stager es eingerichtet hat, und Fotografen, die die Aufnahmen machen, auf denen anschließend eingerichtet wird, fast immer virtuell. 2026 ist die zweite Sorte der Normalfall, und sie verändert, wie du fotografierst. Dieser Guide erklärt, was dieser Fotograf macht, wie du eine Immobilie so fotografierst, dass das Home Staging gelingt, und was genau du an denjenigen lieferst, der die Fotos einrichtet.

Was ein Home-Staging-Fotograf ist

Kein eigener Beruf. Es ist ein Immobilienfotograf, der Räume mit Blick auf den nächsten Schritt fotografiert: Das Bild wird am Rechner möbliert, digital entrümpelt oder muss beim physischen Home Staging die Arbeit des Stagers zur Geltung bringen. Der Unterschied zum normalen Objektshooting liegt in der Reihenfolge der Schritte und in einer Handvoll technischer Entscheidungen.

Beim physischen Home Staging wird erst eingerichtet, dann fotografiert; der Fotograf kommt, wenn die Möbel stehen. Virtuelles Staging dreht das um. Du fotografierst das Objekt, wie es ist, leer oder bewohnt, und die Möbel kommen auf diese Fotos. Das Foto ist das Rohmaterial, also wandern ein schiefer Ausschnitt, ein ausgefressenes Fenster oder ein gezerrter Weitwinkel in jede eingerichtete Version. Erst fotografieren, dann von den Fotos aus einrichten, und so fotografieren, dass sich die Fotos einrichten lassen.

So fotografierst du eine Immobilie, die sich gut einrichten lässt

Die Regeln guter Immobilienfotografie gelten auch hier, mit ein paar Punkten, die mehr Gewicht haben als sonst.

Weitwinkel, kein Fisheye. 16 bis 24 mm am Vollformat sind der sichere Bereich. Weiter, und die Ecken ziehen sich in die Länge, die später ergänzten Möbel wirken verzerrt und der Raum lügt über seine Größe. Fehlt dir Platz, geh in den Flur zurück, bevor du unter 16 mm gehst.

Kamera auf Brusthöhe. 1,20 bis 1,40 m über dem Boden, auf dem Stativ. Höher siehst du zu viel Boden, tiefer frisst die Decke das Bild. Auf Brusthöhe bleibt genau so viel Boden, dass Sofas, Betten und Tische glaubwürdig Platz finden.

Gerade Vertikalen. Kamera ins Wasser bringen und die Perspektive in der Nachbearbeitung korrigieren. Stürzende Linien fallen in einem eingerichteten Foto als Erstes auf, weil die generierten Möbel den Linien des Raums folgen.

Tageslicht, Lampen an. Rollos hoch, Vorhänge auf und jede Lampe an, auch Wandleuchten und Dunstabzug. Weiches, indirektes Licht ist ideal; harte Sonne durch die Fenster vermeidest du besser.

HDR mit Zurückhaltung. Drei oder fünf Belichtungen bracketen und sanft verrechnen, oder Blitz mit vorhandenem Licht mischen. Vermeide den HDR-Look aus Halos, grauen Fenstern und flachen Schatten: Virtuelles Staging braucht echte Schatten, damit die Möbel am Boden stehen.

Ecken und Türen. Richte den Ausschnitt in eine Ecke, sodass zwei Wände und ein gutes Stück Boden zu sehen sind; das gibt dem Raum Tiefe und sagt dem Stager, wo was hinkommt. Nimm eine Tür oder einen Durchgang mit, damit Käufer verstehen, wie die Räume zusammenhängen.

Ein Bild pro Raum aus der Tür, plus ein Detail. Das Bild aus der Tür wird eingerichtet und landet im Exposé. Das Detail (ein Fenster, ein Kamin, der Bodenbelag) dokumentiert Materialien und liefert Kontext.

Querformat, 3:2. Das wollen die Portale. ImmoScout24 zeigt Titelbilder in 4:3 und schneidet alles andere mittig zu; Funda nimmt nur liegende JPGs zwischen 2160 × 1440 und 4096 × 3200 px. Fotografiere in 3:2 mit etwas Luft am Rand, und du kämpfst später nie mit einem Beschnitt.

Räum auf, was geht, der Rest verschwindet digital. Mülleimer, Kabel, Kühlschrankmagnete, Badartikel, das Hundekörbchen. Was beim Shooting nicht aus dem Raum kann, wird vor dem Einrichten digital entfernt.

Beispiel: Original, entrümpelt, eingerichtet
Beispiel: Original, entrümpelt, eingerichtet — In diesem Stil

Was du an einen virtuellen Home Stager schickst

Hier gehen mehr Shootings schief, als man denkt. Schick die Originale oder die fertige Bearbeitung mit nur Farbe und Belichtung korrigiert, in voller Auflösung: nie die komprimierte Version, die schon im Portal liegt, nie die aus WhatsApp. Keine Filter, Vignetten, Wasserzeichen oder Beschnitte. Ein sauberes Bild pro Raum, eine Notiz, wofür jeder Raum gedacht ist (Schlafzimmer, Büro, Esszimmer), und der Referenzstil des Maklerbüros. Twelve Lumens nimmt JPEG, PNG, WebP und HEIC bis 20 MB pro Datei, behält das Original neben jeder Version und exportiert im Querformat 3:2, innerhalb der Maße, die Portale verlangen.

Die Checkliste vor dem Absenden:

  • Originale in voller Auflösung, ohne Filter und ohne hartes HDR.
  • Vertikalen korrigiert, Horizont gerade.
  • Ein Bild aus der Tür pro Raum, Querformat 3:2.
  • Geplante Nutzung jedes Raums notiert.
  • Rollos hoch, Lampen an, persönliche Gegenstände raus.
  • Stil oder Referenzbilder des Maklerbüros angehängt.

Reicht das Smartphone, oder brauchst du einen Profi?

Ein aktuelles Smartphone liefert einrichtbare Fotos, wenn du die Regeln oben einhältst: das 1x-Objektiv statt Ultraweitwinkel, Wasserwaage an, Tageslicht, keine Filter. Der Abstand zum Profi zeigt sich bei Gegenlicht, bei den Vertikalen und beim Auflösungsspielraum.

Aktuelles Smartphone Professioneller Fotograf
Objektiv 0,5x verzerrt; nimm 1x und geh zurück 16 bis 24 mm mit Perspektivkorrektur
Fenster Auto-HDR, in hellen Räumen okay Bracketing oder Blitz: lesbare Fenster, keine Halos
Auflösung 12 MP, knapp genug für Funda ohne Beschnitt 24 MP oder mehr, Spielraum für 3:2 und 2K-Exporte
Wann Vermietung, kleine helle Wohnungen, heute online Verkauf, große oder hochpreisige Objekte, Gegenlicht

Für eine Mietwohnung oder eine helle Wohnung kommst du mit Smartphone plus virtuellem Staging weit. Bei einem Verkauf, bei dem das Titelbild über die Besichtigungen entscheidet, zahlt sich das Profi-Shooting von selbst.

So nehmen Fotografen Staging in ihre Pakete auf

Immobilienfotografen sitzen schon an dem Moment, in dem ein Exposé entsteht: dem Shooting. Entrümpeln und virtuelles Home Staging dazu machen aus diesem Shooting ein zweites Produkt. Üblich ist die Abrechnung pro Foto oder als Paket pro Objekt zusätzlich zum Fotopaket: die Haupträume als fester Aufpreis, der Rest pro Bild. Weil die eigenen Kosten mit KI im Plan bei Cent pro Bild liegen (Pro deckt zehn Objekte im Monat mit je 50 Bildern), bleibt die Marge im Studio. Der Ablauf steht auf der Seite für Immobilienfotografen: das ganze Shooting hochladen, im Batch generieren, während du das nächste bearbeitest, ein eigener Hausstil pro Maklerbüro, und den Makler einladen, um die Finals zu markieren.

Wo du anfängst

Hast du ein aktuelles Shooting zur Hand, richte fünf deiner eigenen Fotos kostenlos ein, ohne Kreditkarte und mit erhaltenen Originalen, und schau, wie viele der Punkte oben sie schon erfüllen. Und bevor du veröffentlichst, wirf einen Blick auf die Kennzeichnungsregeln für virtuelles Staging des Portals, in das das Exposé geht.

Von Martin Balk, Gründer von Twelve Lumens · Aktualisiert am September 03, 2026

Sieh dein eigenes Objekt eingerichtet

Lade ein paar Fotos hoch und bekomme in Minuten entrümpelte, eingerichtete Versionen zurück. Die ersten fünf Bilder sind kostenlos, ohne Kreditkarte, die Originale bleiben erhalten.

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